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Heinrich VIII

König Heinrich (Henry) VIII (1509-1547)

Henry VIII wurde 1491 als zweiter Sohn von Heinrich VII und Elizabeth von York geboren. Die Bedeutung seiner Regentschaft wurde, zeitweise, von dem Schicksal seiner sechs Ehefrauen überschattet.

Er heiratete 1509 Catherine of Aragon (Witwe seines Bruders Arthur) und ließ sich 1533 von ihr scheiden. Aus der Ehe ging eine Tochter, Mary, hervor. 1533 heiratete Heinrich VIII die schwangere Anne Boleyn, die ihm eine zweite Tochter schenkte, Elizabeth. Anne Boleyn wurde im Mai 1536 hingerichtet, Grund: Untreue, die als Landesverrat galt. Ende desselben Monats schon heiratete Heinrich Jane Seymour, die bei der Geburt seines einzigen männlichen Erben, Edward, im Oktober 1536 starb. Anfang 1540 arrangierte der König eine Ehe mit der deutschen Prinzessin Anne of Cleves. Er hatte ein Protrait des Malers Hans Holbein von ihr gesehen und sich in sie verliebt. Als er sie persönlich kennenlernte, fand Heinrich sie unscheinbar und die Ehe wurde niemals vollzogen. Im Juli 1540 heiratete er die ehebrecherische Catherine Howard, die im März 1542 wegen Untreue hingerichtet wurde. Catherine Parr wurde seine letzte Frau im Jahre 1543. Sie kümmerte sich sowohl um den König als auch um dessen Kinder bis zum Tod Heinrichs 1547.

Als junger gutaussehender König vermied Heinrich VIII, selbst zu regieren. Er liebte Ausflüge durch die Landstriche und die Jagd. Er überließ die Staatsangelegenheiten anderen, vor allem Thomas Wolsey, Erzbischof von York. Kardinal Wolsey regierte England praktisch bis zu seinem Versäumnis, die Ehe mit Catherine von Aragon päpstlich annullieren zu lassen, damit Heinrich Anne Boleyn heiraten konnte.

Dennoch erreichte Heinrich VIII in seiner Zeit als junger König einiges. Er fiel in Frankreich ein, wehrte die Schotten in der Schlacht von Folden Field ab und schrieb eine Abhandlung, in der er Martin Luthers Reformideale denunzierte. Dafür wurde er vom Papst als “Defender of the Faith” (Verteidiger des Glaubens) ausgezeichnet.

In den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts kümmerte sich Heinrich mehr um die Regierungsgeschäfte. Das führt zu vielen Ereignissen, die England und westliche Christenheit verändert sollten: Die Trennung der Anglikanischen Kirchen vom Römischen Katholizismus.

Die Trennung war eigentlich nur ein Nebenprodukt von Heinrichs Versessenheit, einen männlichen Erben zu zeugen. Catherine of Aragon bekam keinen Sohn und so sah sich Heinrich VIII gezwungen, die Ehe vom Papst annullieren zu lassen, um Anne Boley zu heiraten. Kardinal Wolsey versuchte mehrmals, die Ehe von Papst Clement VII legal auflösen zu lassen. Doch Papst Clement VII war ein Neffe von Catherine of Aragon und weigerte sich, die Ehe zu annullieren. So rief Heinrich 1529 das Reformationsparlament zusammen und ließ in sieben Jahren 137 Statuten aufstellen, die das politische und kirchliche Leben zutiefst beeinflussten.

Heinrich wurde zum Oberhaupt der Anglikanischen Kirche und veränderte die Religion durch kleinere Veränderungen in der Gottesanbetung.  Bis 1536 mussten alle Kirch- und Regierungsmitglieder öffentlich mit Rom brechen und einen Loyalitätseid ablegen. Der König rückte von der mittelalterlichen Idee ab, führender Gesetzgeber und Überwacher der staatlichen Ordnung zu sein. Statt dessen wurde er eine Art ideologische Ikone des Staates.

Die restliche Regierungszeit Heinrich VIII verlief eher enttäuschend. Zwei Personen in der späteren Regierungszeit sind nennenswert, Thomas Cromwell und Thomas Cranmer. Cromwell war ein tüchtiger Verwaltungsbeamter, der Wolsey auf den Posten des Lordkanzlers folgte. Er schuf neue Regierungsabteilungen in den Bereichen Staatseinnahmen und etablierte die Pflicht der Priester, Geburten, Taufen, Hochzeiten und Todesfälle zu dokumentieren. Cranmer, Erzbischof von Canterbury, leitete die Veränderungen in der Kirchenpolitik und überwachte die Auflösung der Klöster.

Der Bruch mit Rom und die Vergrößerung der Staatsbürokratie führten zur königlichen Vormachtsstellung, die weitere 100 Jahre bis zur Hinrichtung Charles I und der Einrichtung des Commonwealth anhalten sollte.

Übersetzung von Auszügen aus Britannia.com

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