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Es spukt in Großbritannien
Es kann durchaus vorkommen, dass Besuchern der britischen Insel dann und wann ein Schauer über den Rücken läuft, und dies muss nicht unbedingt am Wetter liegen. In
Großbritannien spukt es, und zwar nicht zu knapp!
Und es werden beileibe nicht nur Gebäude, die tausend Jahre und mehr auf dem Buckel haben, von Gespenstern heimgesucht, selbst profane Neubauten sind nicht davor sicher, Geistern anheim zu fallen. Ja
selbst die moderne Technologie scheint nicht gegen das Übersinnliche gefeit zu sein, es gibt mehr oder weniger glaubhafte Berichte über verhexte Computer und Laptops, obwohl viele Benutzer der Meinung
sind, dass die Ursache des Spuks weniger im Reich der Toten als vielmehr im Hause Microsoft zu suchen ist.
Geistreiche Gasthäuser Ein bei
Gespenstern beliebter Ort scheint das britische Gasthaus zu sein, zumindest wenn man die Zahl der betroffenen Objekte berücksichtigt. Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Die Erscheinungen
wurden durchaus auch von nüchternen Gästen bestätigt, die Wahrnehmung schemenhafter Gestalten oder unerklärlicher Geräusche ist also nicht unbedingt durch den übermäßigen Genuss alkoholhaltiger
Getränke zu erklären.
Das Olde Ferry Boat Inn in Holywell in der
Grafschaft Cambridgeshire ist eines der ältesten Gasthäuser in England. Seine Geschichte reicht über 1000 Jahre zurück und erste Belege über den Verkauf von Bier
stammen aus dem Jahre 1068. Inmitten der Bar markiert ein Stein das 900 Jahre alte Grab von Juliette Tewsley, die sich, als sie von einem ansässigen Holzfäller zurückgewiesen wurde, an einem nahen
Weidenbaum erhängte. Ihr Geist kehrt immer wieder zurück, um zu jammern und zu klagen und mit Fingern auf ihr Grab zu deuten.
Dass nicht nur abgelegene ländliche Pubs von Gespenstern heimgesucht werden, beweist das Grenadier in der Wilton Row in London. Das Pub war
einst Messe für die Offiziere des Duke of Wellington und es ist der Geist eines der Offiziere der Guards, der heute dort umgeht. Dieser wurde von seinen
Kameraden beim Falschspielen erwischt und die folgende Tracht Prügel fiel wohl etwas zu heftig aus, da sie zum Tode des Soldaten führte. Die
Anwesenheit seines Geistes manifestiert sich durch unheimliche Schemen und Schatten, die sowohl von den Gästen wie auch von den jeweiligen Besitzern
wahrgenommen wurden, und durch eine ganze Reihe unerklärlicher Geschehnisse, wie zum Beispiel der Tatsache, dass der Bierhahn im Keller
plötzlich zugedreht war, obwohl niemand den Raum betreten hatte. Das Grenadier kann auch mit der besten Bloody Mary in London aufwarten –
wenn man also das Glück oder das Unglück hatte, dem toten Offizier zu begegnen, ist für schnelle Hilfe gesorgt.
Unheimliche Unterkünfte Besucher Großbritanniens, die keine Lust haben, ihre Nächte allein zu
verbringen, sind in einem der zahlreichen Hotels, in denen Gespenster umgehen, gut aufgehoben. Die Nächte mögen zwar nicht unbedingt geruhsam sein, sie werden aber zumindest unvergesslich bleiben.
Wem der Sinn nach weiblicher Gesellschaft steht, ist im Meldrum House Hotel
in Oldmeldrum in Schottland bestens aufgehoben. Das Hotel wird von einer Weißen Frau heimgesucht, von der berichtet wird, dass sie einem Gast einen eiskalten
Kuss auf die Lippen gedrückt haben soll; ein anderer Gast berichtete, dass sie mit ihren eiskalten Fingern seinen Körper hinunterfuhr. Der Besitzer blieb zwar
von körperlichen Erfahrungen dieser Art verschont, sah aber schon des Öfteren eine schattenhafte Gestalt, die sich in den Gängen des Hotels bewegte.
Im nordwalisischen Beaumaris liegt, im Schatten des 700 Jahre alten Beaumaris Castle, das Bulkeley Hotel, ein herausragendes, unter
Denkmalschutz stehendes Beispiel viktorianischer Architektur, das im Laufe seiner Geschichte schon von so illustren Gästen wie König Edward VII,
Königin Alexandra und Nelson Rockefeller besucht wurde. Das Haus wird von mehreren Geistern frequentiert, darunter George, der sich mit Vorliebe in
der Nähe von Zimmer Nr. 23 aufhält. Was ihn in die Nähe gerade dieses Raumes zieht, ist nicht bekannt, es wird aber vermutet, dass es mit einer
unerwiderten Liebe zusammenhängt, da berichtet wird, dass er mit trauriger Stimme den Namen einer Frau zu rufen pflegt. Ein anderer Geist, diesmal ein
weiblicher, geht im Keller des Hotels um, und zwar nur an Samstagabenden.
Schauerliche Stadtrundgänge Für Freunde des gepflegten Gruselns bietet sich auch die Teilnahme an einem
der so genannten „Ghost Walks“ an. Diese Rundgänge werden von ausgesprochen kenntnisreichen Fremdenführern geleitet und führen die
Teilnehmer an verschiedene Stellen in den betreffenden Städten, wo Geister ihr Unwesen treiben oder unerklärliche Phänomene gesichtet wurden. Neben
einem angenehmen Schauer bieten diese Rundgänge auch eine gute Gelegenheit, eine Stadt per Fuß zu erkunden und kennen zu lernen. In York,
einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Englands, konkurrieren gleich fünf verschiedene Anbieter von Ghost Walks miteinander, wohl ein
Zeichen dafür, dass sich die Stadt bei Geistern – und bei Touristen – großer Beliebtheit erfreut. Auch in Edinburgh lohnt die Teilnahme an einem der
zahlreichen Geister-Spaziergänge, schließlich hat man in der Hauptstadt Schottlands gute Gelegenheit, sich vom Schrecken mit einem Glas Single Malt Whisky zu erholen.
Wer sich für die eher unheimlichen und geheimnisvollen Aspekte der britischen Inseln interessiert, dem sei die folgenden geistreichen Websites empfohlen: www.afallon.com
Text: BTA
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