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Das britische Pub (Kurzform von “public house”) ist sicherlich einzigartig. Es ist nicht vergleichbar mit Cafés oder Bars aus anderen Ländern.
Obwohl die Briten noch relativ ausgeprägtes Klassenbewußtsein haben, ist das Pub klassenlos und vielleicht deshalb so beliebt.
Wie vieles andere in Großbritannien
hat sich auch das Pub in den letzten Jahren verändert. Früher gab es traditionell nur Beer und Spirituosen. Heute bekommen Sie auch Wein und Kaffee. Viele Pubs bieten mittags und
abends auch kleine warme und kalte Speisen an, die besonders praktisch sind, wenn man tagsüber unterwegs ist und einen Imbiß möchte. Sie sind eine
günstige und leckere Alternative zu großen Fast-Food-Ketten. Trotz des Wandels haben die Pubs ihren Charakter behalten. Pubs sehen immer urig
und antik aus. Selbst wenn sie neu sind, sind sie eingerichtet, als seien sie schon mehrere hundert Jahre alt. Das ist auch Tradition.
Eines ist in britischen Pubs anders als in deutschen Kneipen. Wenn Sie in ein Pub gehen und an einen Tisch setzen, warten Sie nicht auf einen Kellner. Da
könnten Sie unter Umständen warten, “bis Sie schwarz sind”. In Großbritannien ist es üblich, sich seine Getränke direkt an der Theke zu
bestellen. Das mag für Nichtbriten nicht gerade gemütlich scheinen, doch es verleiht dem Pub seine zwanglose Atmosphäre. Sie können aufstehen und
herumlaufen sowie Freunde begrüßen. Fühlen Sie sich sprichwörtlich “wie zu Hause”. Von Mitarbeitern in einem britischen Pub wird erwartet, daß sie die
Stammkundschaft namentlich kennen und auch den Lieblingsdrink sofort auftischen.
Auffällig an Pubs sind auch die aufwendigen und einfallsreichen Namen der Pubs. Fast alle sind mit altmodischen Assoziationen verbunden. Viele haben
adelige Namen wie “Earl of Marlborough”, andere beziehen sich auf alte Berufe “Zum Amboß” oder auf ländliche Themen “The swan” oder “The
river”. Sehenswert sind auch die kunstvollen Pubschilder, die meist einen historischen Ursprung haben und sowohl den Namen des Pubs als auch noch eine Abbildung zeigen.
Obwohl die Briten den Wirt “Landlord” (Eigentümer) nennen, ist das heute kaum noch einer. Fast alle Pubs gehören zu großen Brauereien und der Wirt
ist nur Pächter. Die wenigen freien Pubs bezeichnen sich als “free houses”. Sie haben den Vorteil, daß man in ihnen eine größere Auswahl an Bieren
bekommt, da sie sich nicht auf eine Brauerei festgelegt haben.
Britische Pubs haben meist kleine, oft auch
farbige Fenster. Das geht auf die viktorianische Zeit zurück. Sie empfanden es als schlecht, Menschen öffentlich Alkohl trinken zu sehen. Daher sind die Fenster klein und bunt, so daß
niemand von draußen hineinsehen kann. Auch findet man kaum Tische und Stühle im Freien, wie in unseren Cafés. Aus dem gleichen Grund, man will beim Trinken nicht
gesehen werden. Daher haben viele einen Biergarten, der nach hinten rausgeht.
Ältere Pubs haben oft noch zwei Eingänge. Einen zur “Public Bar” und einen zur “Saloon Bar”. Heute ist es völlig egal, wo Sie hineingehen. Vor 25 Jahren
aber wurde eine Frau aus der “Public Bar”, an der Männer an den Tresen standen, hinauskomplementiert. Ihr wurde die “Saloon Bar” mit Tischen und Sitzecken nahegelgt.
Einzigartig ist die wohl die Methode, die Besucher zum Gehen zu bewegen. Etwa eine halbe Stunde vor der Schließung schreit der Wirt “last orders,
please”. Wenn Sie noch ein neues Getränk haben möchten, sollten Sie sich jetzt zügig zur Theke begeben und die Bestellungen aufgeben. Ansonsten
bekommen Sie nichts mehr. Kurz ver der Sperrstunde ruft der Wirt “Time, ladies and gentlemen, please”. Sie sollten sich nun bald aufmachen. Etwa 10
Minuten bleiben Ihnen, um Ihre Gläser zu leeren “drinking-up time”. Gäste, die zu langsam sind, werden oft durch unerträglich laute Musik belohnt.
Außerdem zögert der Wirt nicht, Ihnen das noch nicht leere Glas vor der Nase abzuräumen.
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Historic Pubs of London (Engl)

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